Wohnmobil Elektrik für Anfänger

Elektrik im Wohnmobil
Elektrik im Wohnmobil

Strom und Spannung und Widerstand

Zu Anfang etwas Theorie. Das hilft dir, zu verstehen, worüber ich hier schreibe und die Dinge wirklich zu verstehen. Das Ganze ist einfacher zu stehen, wenn wir uns eine Analogie zu Hilfe nehmen. Wenn dir die Begriffe schon klar sind, dann kannst du das Kapitel überspringen.
Stellt euch einen Wasserfall vor. Ihr steht unter ihm und das Wasser plätschert auf euren Kopf.
  • Die Spannung (U) ist die Höhe des Wasserfalls. Je höher er ist, desto höher die Spannung, also die Energie, die das Fallende Wasser hat
  • Der Strom (I) ist die Menge des Wassers, also die einzelnen Tropfen, welche pro Sekunde herunterfallen
  • Der Widerstand ist die Breite des Wasserfalles
Würden wir den Wasserfall durch ein Rohr leiten, währe der Widerstand die Dicke des Rohres. Das ist noch etwas einfacher zu verstehen.
Je höher und breiter der Wasserfall ist, desto mehr Kraft bzw. Leistung hat er. Je mehr Strom und Spannung fließen, desto mehr Leistung kommt dabei raus.
Jede elektrische Stromleitung ist gleichzeitig ein ohmscher Widerstand. Das bedeutet, ein Teil der elektrischen Energie wird in Wärme umgewandelt. Dadurch wird die Spannung kleiner. Wir sprechen von einem Spannungsabfall. Um das zu vermeiden, könnte man zum einen den Querschnitt der Leitung immer mehr erhöhen, [siehe dazu auch mein Artikel zum Leitungsquerschnitt.] Man könnte auch die Länge verringern. Oder man erhöht die Spannung auf der Leitung, um den Wärmeverlust zu verringern. Die letzte Variante funktioniert super bei Hochspannungsleitungen, aber nicht im Wohnmobil wo wir mit 12 und/ oder 230 Volt arbeiten.
Zusammenfassung:
  • Halte deine Stromleitungen kurz
  • achte auf ausreichenden Querschnitt

Wechselstrom und Gleichstrom

Noch ein wenig Theorie, aber gleich haben wir es geschafft! Der Strom, den du von zu Hause kennst, wird oft aus sich drehenden Magneten erzeugt (Generatoren). Diese erzeugen einen Strom, der immer wieder die Richtung ändert. Man spricht von Wechselspannung und Wechselstrom. Diese sieht aus wie eine Sinuskurve und wird 50 mal in der Sekunde durchlaufen. Der Strom fließt 50 mal in die eine und 50 mal in die andere Richtung in jeder Sekunde. Der Strom hat eine Frequenz von 50 Hz. Mit Wechselstrom hast du es im Wohnmobil über den Landstrom zu tun. Dieser kommt durch eine Außensteckdose in das WoMo und versorgt dort Verbraucher wie Kühlschrank und Klimaanlage oder den Fön. Bei Gleichstrom oder Gleichsspannung fließt der Strom immer in die selbe Richtung. Gleichsstrom ist zum Laden der Batterien bzw. Akkus wichtig, da diese Gleichstrom speichern und abgeben. Mit Gleichstrom hast du bei allen 12 Volt Verbrauchern zu tun. Also Licht, Zigarettenanzünder Dose, manche Kühöschränke usw. Wenn du autark stehst, also keinen Landstrom hast, dann kommt der Strom aus der Batterie und ist immer Gleichstrom.

Sicherheit

Das Arbeiten mit Strom birgt immer eine Gefahr. Bei einem elektrischen Schlag kann es zu Verbrennungen und Muskelkrämpfen (das Herz ist ein Muskel) und Kammerflimmern kommen. Daher solltest du dich schützen:

  • Zuerst den Minuspol abklemmen und danach den Pluspol. Denn Minus wird beim KFZ über das Chassis geführt. Sprich fast alle Metallteile sind der Minuspol. Wenn du den Pluspol zuerst abklemmst, kannst du damit an ein Stück Metall vom Fahrzeug kommen und einen Kurzschluss auslösen.
  • Beim wiederanklemmen zuerst Plus und dann Minus anschließen.
  • Defekte Isolierungen sollten immer ersetzt werden
  • Im Wohnmobil mehrere Stromkreise verlegen und nutzen.
    • dadurch können die Querschnitte kleiner gehalten werden
    • es kommt zu geringeren Spannungsabfällen
    • weniger Störanfälligkeit

12 Volt und 230 Volt

Die meisten Wohnmobile haben beide Systeme. 230 Volt oft dann wenn Landstrom anliegt und sonst 12 Volt aus den Aufbaubatterien. Bei der Verkabelung ist wichtig, das du möglichst beide Kabel getrennt verlegst, also 12 Volt und 230 Volt in getrennte Kanäle. Das funktioniert aber auf Grund des Platzmangels nicht immer. Wichtig ist, dass du Anschlussdosen immer trennst. Also 12 und 230 Volt trennen. Verwende als Kabel immer nur flexible Kabel. Diese enthalten nicht einen starren Metallkern sondern viele, verdrillte, kleine Adern. Sie sind dadurch sehr flexibel verlegbar. Kabel, die durch Holz, Metall oder Kunststoffe gehen, sollten an diesen Stellen besonders geschützt werden, damit die Isolierung durch die Bewegung des Fahrzeuges nicht beschädigt wird.

 Bild: Shutterstock.com/ bikeriderlondon
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